Interview mit Doreen von SheIsOnTheRoadAgain

Wir haben die Reisebloggerin Doreen zum Thema Reisen und Wohnmobil interviewt. Über ihren Reiseblog @SheIsOnTheRoadAgain berichtet Doreen über Ihre Abenteuer, Ihre Erfahrungen und natürlich Ihre Reisen.

Viel Spaß beim lesen!

1)Wann hast du entschlossen, alles stehen und liegen zu lassen und dauerhaft zu reisen und warum?

Beschlossen ist es bereits, aber leider noch nicht in die Tat umgesetzt. Wenn man über 40 ist, geht das auch nicht mehr so “holterdiepolter”. Es hat sich einiges an finanziellen Verpflichtungen angesammelt und die muss man erst einmal “sortieren” und Prioritäten setzen.

Eigentlich sage ich schon seit meiner frühen Jugend so zu mir selbst: “mit 50 hörst Du auf zu arbeiten”. Mit 20 war ich eigentlich davon ausgegangen, dass ich bis zu meinem 50. so viel Geld angehäuft habe, dass ich locker “in den Sack hauen” kann. Naja. Pustekuchen. Es musste Plan B her…

Ich bin seit 1995 in der Modebranche und liebe meine Tätigkeit als Key Account Manager. Das Einzige, was mich wirklich stört, ist diese Ortsgebundenheit.

Da gibt es Order-Rhythmen, Messezeiten etc…
Vier Wochen im August nach Norwegen? In meiner Branche eigentlich undenkbar.

Umso mehr wir mit dem Wohnmobil reisten und um so mehr Menschen ich kennenlernte, die “remote” von unterwegs arbeiten, umso mehr wollte ich das auch.

Aber wie, in dieser von feststehenden Arbeitsrhythmen dominierten Branche?

Durch das Schreiben meines Blogs bekam ich immer mehr Einblick in die Welt des “Online Marketing” und stellte fest, wie sehr es mich interessiert.

Ich sprach mit einigen Experten und entschied, noch einmal “die Schulbank zu drücken” und meinen Online Marketing Manager zu machen.

Ich werde zukünftig mit einer ehemaligen Kollegin und Freundin mittelständische Einzelhändler beraten, sich Online richtig aufzustellen und das richtige Sortiment zu führen. Dieses Berufsbild ist eine perfekte Weiterführung all meiner Erfahrungen kombiniert mit der neuen Welt des Online Marketings und es wird mir die Möglichkeit geben, in Zukunft mehr, länger und intensiver zu reisen. Denn Internet findet sich überall in Europa.

Quelle: SheIsOnTheRoadAgain

2)Welche Länder hast du schon besichtigt? Und welches Land hat dir am besten gefallen?

Ich bin traditionell gerne in ganz Europa unterwegs. Was sicherlich damit zusammenhängt, dass ich ungern fliege. Klar steige ich auch schon mal in ein Flugzeug um an so schöne Plätze wie Thailand oder Indonesien zu kommen, aber das Reisen mit dem Wohnmobil hat es mir tausendmal mehr angetan.

Ich kann mich immer nicht entscheiden, welches Land ich am liebsten mag. Frankreich und Portugal liegen da wirklich gleich auf. In Frankreich mag ich die gesamte Atlantikküste, angefangen oben in Calais bis runter nach Biarritz. Da wir mit Hund reisen, muss ich einfach gestehen, dass es nirgendwo in Europa so lässig zugeht, was das Reisen mit Hund betrifft, wie in Frankreich. Außerdem habe ich einen Teil meines Herzens in der Provence verloren. Ich liebe diese tollen, alten Dörfer, die Märkte und den provenzalischen Lebensstil. Im Winter bin ich gerne in der Camargue. Das Wetter ist bestens und die Mücken sind noch nicht da.

Portugal steht ebenfalls jedes Jahr auf dem Plan. An die Algarve fliege ich auch schon mal über ein langes Wochenende. Mit ryanair von Weeze geht das ganz prima und unkompliziert. Mein Traum ist es, recht bald mal eine längere Zeit im Winter in Portugal verbringen zu können. Die Wellen sind so spektakulär und das Klima so viel angenehmer als hier. Des weiteren haben wir in Portugal ganz liebe Freunde, mit denen ich auch mal gerne mehr Zeit verbringen würde.

Da Portugal und Frankreich beide sehr gut ausgebaute Mobilfunknetze haben und Online-Tarife die in Deutschland undenkbar sind, lässt es sich in beiden Ländern hervorragend mobil arbeiten. Jetzt weißt Du also, wohin es mich als erstes zieht, “sobald die Zeit reif ist”.
Quelle: SheIsOnTheRoadAgain

3)Teile doch mal mit uns eine deiner besten/lustigsten Erinnerungen während einer Reise.

Oh ja, gerne.

Es war auf einer unserer ersten Reisen.

Wir waren mal wieder unterwegs in Richtung Portugal und hielten in Soulac-sur-Mer, einem wunderschönen Städtchen im Mecdoc.

Wir fanden einen ganz urigen Campingplatz mit Stellplätzen fast direkt am Strand. So hatten wir uns Camping ja immer vorgestellt.

Wir kamen an, parkten ein, holten Tisch und Stühle raus, machten Kaffee und genossen den Blick auf die Brandung.

Plötzlich kam so ein typischer deutscher „Oberlehrer“ auf uns zu. Kommt näher und näher und läuft direkt über unsere Terrasse. Schiebt quasi mit dem Hinterteil noch unseren Tisch beiseite.

Er blieb stehen, schaute auf Carsten, schaute auf den Grill und sagte:
„Sie können hier nicht stehen bleiben. Das ist unser Rundweg. Wir gehen hier immer mit den Hunden lang.”
Aha… Na sowas … (wir standen auf einem Stellplatz mit Stromsäule, nicht irgendwo im Weg…)
Carsten zu ihm: „Es wäre nett, wenn Sie jetzt bitte meine Terrasse verlassen könnten“
Er: „Sie sind wohl zum ersten Mal hier? Das ist unser Rundweg… “

Carsten und ich sind beide zur gleichen Zeit explodiert und naja – nun musste er leider für 24 Stunden einen anderen Weg nehmen.

Das sind dann wohl “die typischen Camper”, die immer im TV gezeigt werden. Glücklicherweise begegnen sie einem im wahren Leben nicht sehr oft.
Quelle: SheIsOnTheRoadAgain

4)Wie ist dir die Idee gekommen einen Reiseblog zu erstellen?

Naja, das war eigentlich ganz simpel. Ich war es leid, immer die gleichen Fragen zum Reisen mit dem Wohnmobil zu beantworten und ich stellte fest, dass es wirklich noch jede Menge Informationsbedarf gibt. Ich nenne es gerne das “Martin Rütter Phänomen”. Der war schon im TV und bekannt, als ich vor 12 Jahren mit meinem Hund Stuart bei ihm zum Training war. Man sollte wirklich meinen, die Menschen wüssten nun alle, alles über sanfte und gute Hundeerziehung. Mitnichten.

Ebenso ist es mit dem Campen. Es gibt jede Menge tolle Blogs und Webseiten von meinen lieben Blogger Kollegen, aber es treten stets die gleichen Fragen auf.

Geplant war, eine reine Camper-Informationsseite. Inzwischen hat es sich zu einem Onlinemagazin rund ums Reisen mit dem Wohnmobil entwickelt.

Da ich ja schon in der Schule eher Feuilletons als Aufsätze verfasst habe, war es eigentlich klar, dass mir das Schreiben viel mehr Leidenschaft als Pflicht ist und Du siehst es ja auch hier: ich kann eher mehr als weniger schreiben...

5)Weißt du schon wo es als nächstes hingeht und wie?

Das weiß ich dieses Jahr, untypischerweise, tatsächlich mal noch gar nicht.  Ich könnte mir vorstellen, dass ich mal wieder einen Kastenwagen miete und in so eine verwinkelte Gegend wie die Provence oder die Toskana reise. Im Herbst geht es auf jeden Fall mit unserem großen Wohnmobil wieder nach Portugal. Vielleicht aber auch im Sommer mal nach Grönland (mit dem Schiff). Dieses Jahr ist irgendwie alles noch offen. Bis Ende Juli geht auch noch meine Online Marketing Weiterbildung und ich kann vorher nicht wirklich gut weg. Deshalb ist dieses Jahr alles noch nicht richtig geplant.

6)Wie kam es dazu, dass ihr Camper geworden seid?

Als ich meinen Partner Carsten kennenlernte, hatte er eine relativ große Setter - Hündin. Ihretwegen flog er nie in den Urlaub, sondern nahm immer das Auto. Mein kleiner Parson Russell war das Fliegen mit mir in der Kabine gewohnt, er hatte zu diesem Zeitpunkt eher ein Problem mit dem Auto fahren.  

Beide hatten wir schon lange die Idee eines “Roadtrips” im Kopf, aber richtig, nicht von Hotel zu Hotel.

Damals gab es solche privaten Vermiet Plattformen wie Yescapa noch nicht. Wir schauten uns bei den eingesessenen um und staunten nicht schlecht, was so an Preisen für 3 Wochen aufgerufen wurde. Außerdem war das Thema, mit 2 Hunden reisen zu wollen, stets ein Problem.

Also waren wir ganz cool und haben, ohne große Ahnung, unser erstes hübsches Hymermobil (Baujahr 85) gekauft und machten uns auf den Weg nach Portugal.

“Learning by Doing” war schon immer mein Lebensmotto.

Quelle: SheIsOnTheRoadAgain

7)Was hälst du von Sharing Economy im Tourismus? Würdest du ein Wohnmobil oder eine Wohnung von einer Privatperson mieten?

Ich finde das Thema “Sharing Economy” richtig toll, ich bin eh so eine “grüne Tante”. Von mir aus könnte ich auf ganz viele Dinge verzichten, wenn es der Umwelt zugute kommt. Und alle mitmachen, natürlich.

Ich war vor zwei Jahren schon mal mit meiner besten Freundin in einem privat vermieteten Kastenwagen unterwegs, da ich unseren 5,5 - Tonner echt nicht fahren möchte.

Wer weiß, vielleicht miete ich ja diese Saison mal einen bei Euch.

Diesen Air B´n´B Gedanken finde ich auch ganz ansprechend, wobei ich immer tausendmal lieber in einem Wohnmobil unterwegs bin, als in “richtigen Häusern”. Für mich ist dieses im Wohnmobil “on the road” sein, das schönste Leben überhaupt.





Wenn auch eure Lust an einem Urlaub im Wohnmobil geweckt wurde könnt ihr diese Dank Yescapa wahr werden lassen. Einfach das passende Wohnmobil mieten und los geht’s!